Polaroids

a story I never told no one

 

Polaroids haben in der Welt der unbegrenzten Vervielfältigung und Beliebigkeit einen grossen Vorteil: Jedes Bild ist ein Unikat. Also wie ein Gemälde, eine Kalligraphie, eine Zeichnung. Die SX-70 Polas sind für mich unvergleichlich erotisch. Sie erfordern bei der fotografischen Arbeit einen gewissen Kontrollverlust, da das Ergebnis nicht vorhersehbar ist. Ein paar Grad wärmer oder kühler bei der Entwicklung, und die Farbe kippt in die eine oder andere Richtung. Das Rubbeln des sich entwickelnden Polas an verschiedenen Körperstellen beeinflusst das Ergebnis manchmal grundlegend, manchmal auch nicht. Aber es verschafft immer ein intensives Gefühl: Vorfreude, Enttäuschung, Euphorie.

 Die Farbigkeit und relative (Un)Schärfe verleihen den Bildern einen unverwechselbaren Charakter, eine Sinnlichkeit, etwas Malerisches. Bei schlechtem Wetter wächst Polaroidfilm über sich hinaus und produziert Farblosigkeit oder nie erreichtes blau oder gelb stichiges Pastell.

 Da Polaroidfilme zudem vergleichsweise teuer sind, zwingt das Material auch noch zur Sparsamkeit, zur Vorüberlegung, zur Konzentration.

 Polaroid und ich hatten eine wunderbare Zeit miteinander.